Pressemitteilung zum Artikel vom 17.03.2021 der IVZ „Warnung vor saurem Grundwasser“

Die Freien Demokraten Recke, Mettingen, Westerkappeln sind entsetzt über den Umgang mit unserer
heimischen Landwirtschaft. Wir mussten kürzlich dem Beitrag der IVZ (17.03.21) entnehmen, dass
Diplom-Physiker Harald Gülzow, der mit seinem Labor für den Verein VSR-Gewässerschutz tätig ist,
mutmaßt, dass das zu saure Grundwasser auf zu hohe Tierbestände in der konventionellen
Landwirtschaft zurück zu führen ist. Brunnen in Recke und Mettingen sollen laut seinen eigenen
Untersuchungen besonders kritische Werte aufweisen.
Die Vorsitzende des VSR-Gewässerschutzes Susanne Bareiß-Gülzow behauptet, eine Hauptursache für
die Versauerung des Grundwassers sei der zu hohe Ammoniakgehalt. Diese Versauerung solle auch zu
einer höheren Belastung des gemessenen Wassers mit Aluminium führen. Für beide kommt als
einziger Ammoniak-Emittent nur der Landwirt mit seinem organischen Dünger in Frage. Diplom-
Physiker Harald Gülzow hat den pH-Wert seiner Stichproben vermutlich richtig bestimmt. Dennoch
sehen wir seine Einzelproben als nicht repräsentativ für die Behauptung der beiden an. Wo befinden
sich die Brunnen seiner Untersuchung und in welchem Zustand sind diese? Beispielsweise werden
unter Waldboden oft hohe Messwerte erreicht, durch die natürliche Zersetzung von organischem
Material. Uns würde auch interessieren, ob der Aluminium-Eintrag eventuell durch den lokalen
Bergbau verursacht sein könnte.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) betreut
hunderte Messstellen über Jahrzehnte und hat Geologen zur Berechnung der wasserführenden
Schichten. Damit wird eine repräsentative Karte aufgebaut. Diese ist schlagbezogen und auf
elwasweb.nrw.de zu finden. Darauf basiert die Düngung der Landwirte, die besonderen Wert auf
Nährstoffkreisläufe in ihren Betrieben legen. Die Einhaltung der Düngeverordnung wird scharf
kontrolliert vom Landwirtschafts- und Umweltministerium bzw. den Landwirtschaftskammern.
Humusaufbau ist in deren Berufsgruppe Generationsaufgabe, um vernünftige Ernten zu generieren.
Daher sind unsere Landwirte selbst daran interessiert nach guter fachlicher Praxis zu arbeiten. Um
diesen Humusaufbau zu gewährleisten ziehen sie regelmäßig Bodenproben und führen anstehende
Erhaltungskalkungen gegen die Versauerung ihrer Böden auf eigene Kosten durch.
Ein Verein wie der VSR-Gewässerschutz, der sich durch Spenden finanziert, neigt gerne dazu plakativ
einzelne Werte herauszunehmen. Das zeigt der mehrfache Gebrauch des Wortes „Massentierhaltung“.
Dieser Begriff wird negativ wahrgenommen, um Ängste zu schüren und Gelder zu generieren. Aber
was ist eine „Masse“? Ist ein Busfahrer in ihren Augen auch ein „Massentransporteur“?
Wir als FDP stehen hinter unserer regionalen Ernährungsbranche. Einseitige und alleinige
Schuldzuweisung an unsere Landwirte ist fachlich nicht richtig und unfair. Wir würden uns einen
Dialog, statt falscher Konfrontation wünschen, denn nur so kann der Gewässerschutz in unseren
Gemeinden gemeinsam optimiert werden.